Auftreten der Aujeszkyschen Krankheit bei Wildschweinen im Landkreis Hof

This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license. Description Svenska: Vildsvin i Eriksberg Date 22 July 2009 Source Own work Author 	Entheta

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Description Svenska: Vildsvin i Eriksberg Date 22 July 2009 Source Own work Author Entheta

Das Landratsamt Hof / Abt. Veterinärwesen hat mitgeteilt, dass bei im Landkreis erlegten Wildschweinen Antikörper gegen die Aujeszkysche Krankheit (AK) festgestellt wurden.

Nachdem es auch positive Befunde aus Revieren im Bereich der Jägerschaft Hof gegeben hat, möchten wir hierzu einige Informationen liefern.

Die Aujeszkysche Krankheit (AK), auch Pseudowut genannt, ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung, die vorrangig bei Schweinen auftritt und beim Ausbruch in Hauschweinebeständen erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht. Für den Menschen ist die AK ungefährlich.

Deutschland gilt seit 2003 als frei von AK bei Hausschweinen. Untersuchungen zeigen jedoch, dass AK bei Wildschweinen in vielen Bundesländern vorkommt, regional konnten bei bis zu 30 % der untersuchten Tiere Antikörper nachgewiesen werden. Der Krankheitsverlauf beim Schwarzwild ist oft unauffällig, die infizierten Tiere sind äußerlich gesund.

Die Einschleppung in Hausschweinebestände kann durch konsequente Einhaltung der Hygienevorschriften für schweinehaltende Betriebe verhindert werden. Personen, die an Schwarzwildjagden teilnehmen und selber Schweinehalter sind, müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. So dürfen keine Wildschweine auf dem Betrieb aufgebrochen werden, der Stall darf nicht mit der Jagdbekleidung betreten werden, Schweine dürfen keinen Kontakt mit dem Jagdhund haben, nicht verwertbare Reste des Wilds müssen ordnungsgemäß entsorgt werden.

Die Aujeszkysche Krankheit befällt aber nicht nur Schweine, sondern auch Wiederkäuer sowie Hunde und Katzen. Hunde, hier insbesondere Jagdhunde, können sich durch Verfüttern von Fleischteilen von infizierten Tieren anstecken. Für Hunde und Katzen ist eine Infektion immer tödlich, es gibt keine Impfmöglichkeit. Die Ansteckung erfolgt überwiegend über Blut- / Schleimkontakt. Die Inkubationszeit liegt bei 2 bis 9 Tagen. Bisher wurden nur wenige Fälle von an AK erkrankten Jagdhunden bekannt. Unmittelbare Kontakte von Jagdhunden mit Wildschweinen sollten unterbleiben. Die Hunde sollten vom Streckenplatz bzw. beim Aufbrechen des Wildes ferngehalten werden und dürfen nicht mit rohem Aufbruch gefüttert werden.

Bei Verdacht einer Infektion ist sofort der behandelnde Tierarzt bzw. das Veterinäramt (Stadt Hof / Landkreis Hof) zu benachrichtigen.

Auch wenn andere Risiken für Jagdhunde deutlich höher sind, sollte das Risiko einer Infektion eines an Schwarzwild jagenden Hundes nicht unterschätzt werden.

Was müssen Jäger beachten?

  • Unmittelbare Kontakte von Jagdhunden mit Wildschweinen auf das Notwendige beschränken
  • keinen rohen Aufbruch von Schwarzwild an Hunde verfüttern
  • Hunde vom Streckenplatz bzw. beim Aufbrechen fernhalten
  • möglichst kein Beuteln der erlegten Stücke
  • Bei Infektionsverdacht unbedingt Tierarzt konsultieren und das Veterinäramt informieren (Juckreiz, Wesensveränderung, keine Futteraufnahme, Erbrechen, Lähmungserscheinungen usw. )
Merkblatt: Aujeszkysche Krankheit – Gefahr für den Jagdhund?