Hegeschau der Jägerschaft Hof

Zu der vom Landkreis und der Stadt Hof angeordneten Hegeschau trafen sich die Jäger aus den 63 Jagdrevieren der Hegegemeinschaften Bruck, Töpen, Konradsreuth und Leimitz im vollbesetzten Jägerheim. Nach Eröffnung durch die Jagdhornbläser, begrüßte 1. Vorsitzender Armin Hohmann die anwesenden Ehrengäste, darunter Bundesminister a.D. und MdB Dr. Hans-Peter Friedrich, den Hofer Bürgermeister Eberhard Siller und den oberfränkischen Regierungsbezirksvorsitzenden des Bayerischen Jagdverbandes, Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch.

In seiner Begrüßungsrede führte Hohmann aus, dass die Jäger ihrer durch Gesetz gegebenen Verantwortung zur Hege und Pflege der Natur in einem großen Umfang gerecht werden würden. Als zusätzliche Herausforderung für die Jagd in den nächsten Jahren, nannte er den Zuzug des Wolfs in den oberfränkischen Revieren, da in letzter Zeit schon mehrfach männliche und weibliche Tiere im Bayerischen Wald, im Bereich des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr und auch in der Hofer Region gesichtet wurden. Die dauerhafte Ansiedlung des Wolfs werde sich auf die Bejagung des Schalenwildes, hier vor allem auf die des Rot- und Rehwildes, stark auswirken. Niemand könne aber jetzt schon vorhersagen, so Hohmann, wie sich die jagdliche Situation in Hochfranken durch den Wolf verändere. Die in den östlichen Bundesländern gemachten Erfahrungen würden aber zeigen, dass dies nicht ohne Konflikte zwischen Nutztierhaltern bzw. Jägern auf der einen und den Befürwortern der Wolfansiedlung auf der anderen Seite, ablaufen werde.

(Bundesminister a.D. und MdB Dr. Friedrich)                 (Bürgermeister Eberhard Siller, Stadt Hof)

MdB Dr. Friedrich ging in seinem Grußwort auf die Novellierung des Waffenrechts ein und dankte den Jägern für ihre ehrenamtliche Arbeit. Er wies zudem auf die große Bedeutung der Jäger als Schützer und Bewahrer der Natur hin. Bürgermeister Eberhard Siller lobte die gute Zusammenarbeit zwischen der Jägerschaft und der Stadt Hof als Untere Jagdbehörde und bat die Jäger, sich weiterhin für Wald und Wild einzusetzen.

Regierungsbezirksvorsitzender Prof. Dr. Wunderatsch informierte die Anwesenden über die auch im Landkreis Hof anstehende Einführung von Nachtzielgeräten zur Bejagung des Schwarzwildes. Hier werde aber nicht pauschal eine Genehmigung erteilt, sondern es werde jeder Antrag einzeln auf seine Berechtigung geprüft. Er ging auch auf die Bezuschussung eines Wurftaubenschießstandes durch den Bayerischen Jagdverband ein und nannte abschließend Einzelheiten zu den momentan anstehenden Sozialwahlen, an der sich die Jäger mit einer eigenen Liste beteiligen würden.

(BJV-Regierungsbezirksvors. Prof. Dr. H. Wunderatsch)    (Forstrat R. König, AELF Münchberg)

Forstrat Ralph König stellte in seinem Vortrag zum Thema „Wildverbiss und Trophäenjagd – immer ein Widerspruch?“, den Spannungsbogen zwischen Jägerschaft und Forst zur Diskussion. Im Auftrag des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg, erläuterte Revierförster Daniel Feulner die derzeit stattfindenden Revierbegänge zur Feststellung der waldbaulichen Situation.

Dann war es aber auch an der Zeit, einmal konkrete Zahlen des vergangen Jagdjahres zu nennen und Jagdberater Wolfgang Wirth ging in seinem Referat auf die Streckenergebnisse ein. So wurden im Gebiet der Jägerschaft Hof 970 Stück Rehwild erlegt und 199 Stück fielen dem Verkehr zum Opfer. Beim Schwarzwild betrug die Strecke 633 bzw. 44 Stück. Es wurden aber auch 338 Füchse und 3 Marderhunde erlegt.

(Jagdberater W. Wirth)

Aber nicht nur Reden wurden gehalten, sondern – angefangen vom Rehwild bis hin zum Schwarzwild – gab es an den Stellwänden etliche Trophäen zu sehen. Und diese fanden schon vor der eigentlichen Versammlung ihr Interesse bei Jägern und interessierten Besuchern.

Im Rahmen der Veranstaltung standen aber auch noch Ehrungen durch den Bayerischen Jagdverband an. So erhielt unser Schießobmann Hans Rödter das silberne Ausbilderehrenzeichen für seine über 25jährige Tätigkeit und Jagdberater Wolfgang Wirth wurde, für seine Verdienste um die Hundeausbildung und –zucht, das silberne Hundeführer-Ehrenzeichen verliehen. Für seine langjährige und zuverlässige Arbeit als Schatzmeister der Jägerschaft Hof erhielt Hans-Jürgen Rosar den bronzenen Eichenkranz.

(von links: A.Hohmann, Dr. H.-P. Friedrich, E. Siller, W. Wirth, H. Rödter, H.-J. Rosar, W. Schopper)

Und auch ein Teilnehmer des Jungjägerkurses, Herr Dr. Andreas Dippel, konnte seinen Jägerbrief in Empfang nehmen.

(von links: A. Hohmann, Dr. A. Dippel, W. Schopper)

Unter den Klängen der Jagdhornbläser dankte 1. Vorsitzender Hohmann den Jägerinnen und Jägern für die sorgfältige Bejagung einheimischer Wildarten und wünschte allen viel Weidmannsheil im neuen Jagdjahr.

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